Der DVO-Rechner schätzt, wie wahrscheinlich in den nächsten drei Jahren ein Hüft- oder Wirbelbruch ist. Genau diese Zahl entscheidet in Deutschland darüber, ob eine Osteoporose-Behandlung empfohlen wird. Hier erfahren Sie, wie der Rechner funktioniert und was Ihr Ergebnis bedeutet.
Warum das wichtig ist
Die Knochen werden über Jahre dünner, ohne dass man etwas spürt. Oft ist ein Bruch nach einem harmlosen Sturz das erste Zeichen.
Zwei Frauen mit demselben Knochendichte-Wert können ein ganz unterschiedliches Bruchrisiko haben. Alter, frühere Brüche, Stürze oder Kortison machen den Unterschied.
Seit der Leitlinie 2023 richtet sich die Empfehlung für Medikamente nach dem berechneten Bruchrisiko — nicht mehr nur nach der Knochendichte.
Einfach erklärt
Der Dachverband Osteologie (DVO) gibt die deutsche Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der Osteoporose heraus. In der aktuellen Fassung von 2023 steht ein Verfahren, mit dem sich das Risiko für einen Hüft- oder Wirbelbruch in den nächsten drei Jahren abschätzen lässt.
Ausgangspunkt sind Ihr Alter, Ihr Geschlecht und — falls vorhanden — der T-Wert aus der Knochendichtemessung (DXA). Dazu kommen Risikofaktoren, die das Bruchrisiko unabhängig von der Knochendichte erhöhen. Am Ende steht eine Prozentzahl, die Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können.
Ihr Ergebnis verstehen
Die Leitlinie nennt Schwellen für das Bruchrisiko in den nächsten drei Jahren. Sie dienen als Orientierung für das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In der Regel ist keine Medikamenten-Behandlung nötig. Bewegung, Ernährung und Sturzvorbeugung bleiben trotzdem wichtig.
Eine Behandlung mit Medikamenten kann erwogen werden — abhängig von Ihrer persönlichen Situation.
Die Leitlinie empfiehlt in der Regel eine Behandlung mit Medikamenten, die den Knochen schützen.
Hier kommen auch Medikamente in Frage, die Knochen gezielt aufbauen. Eine zügige ärztliche Abklärung ist sinnvoll.
Vereinfachte Darstellung der Behandlungsschwellen nach DVO-Leitlinie 2023. Die Entscheidung über eine Behandlung trifft immer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Gespräch mit Ihnen.
Der Haken
Die Leitlinie arbeitet mit Tabellen nach Alter, Geschlecht und T-Wert. Dazu kommen Faktoren, die nach festen Regeln miteinander verrechnet werden.
Auf dem Befund stehen oft viele Werte: Gesamthüfte, Schenkelhals, einzelne Wirbel. Der richtige Wert ist nicht immer leicht zu finden.
Neue Messung, neuer Sturz, neues Medikament — jedes Mal ändert sich das Ergebnis. Eine einmalige Rechnung ist schnell veraltet.
Die Lösung
Sie beantworten einfache Fragen — die App erledigt den Rest. Ihre Befunde liest sie selbst aus, Ihre Angaben merkt sie sich, und Ihr Ergebnis bleibt im Verlauf gespeichert.
Fotografieren Sie Ihren Knochendichte-Befund. Die App liest die T-Werte aus und setzt den richtigen Wert automatisch in den Rechner ein.
Auch Laborbefunde lassen sich einfach fotografieren. Die Werte landen geordnet in Ihrem Verlauf — Sie müssen nichts abtippen.
Zu jeder Frage gibt es eine kurze Erklärung in einfacher Sprache. Fachbegriffe sind im eingebauten Lexikon nachzulesen.
Angaben, die sich selten ändern, merkt sich die App in Ihrem Gesundheitsprofil. Beim nächsten Mal sind sie schon vorausgefüllt.
Jede Berechnung wird gespeichert. So sehen Sie, wie sich Ihr Risiko nach einer neuen Messung oder Behandlung verändert.
Ergebnis, Befunde und Verlauf als übersichtlicher PDF-Bericht — ideal als Grundlage für den nächsten Arzttermin.
Große Schrift auf Wunsch, klare Farben und große Schaltflächen — die App ist für eine einfache Bedienung gemacht.
Ihre Befunde und Berechnungen werden auf Ihrem Gerät gespeichert — nicht in fremden Datenbanken.
KnochenKompass ist ein Angebot der Deutschen Osteoporose Akademie und folgt der aktuellen DVO-Leitlinie.
So sieht's in der App aus
Die T-Werte aus Ihren DXA-Befunden — übersichtlich nach Lendenwirbelsäule und Hüfte, mit Einordnung.
Aus dem fotografierten Laborbefund übernommen und über die Zeit dargestellt.
Alles Wichtige als PDF — zum Ausdrucken oder direkt per E-Mail an Ihre Praxis.
In drei Schritten
Mit Ihrer E-Mail-Adresse ein Konto anlegen. KnochenKompass läuft direkt im Browser, eine Installation ist nicht nötig.
Wenn Sie eine Knochendichtemessung haben: Befund fotografieren, die T-Werte werden übernommen. Ohne Messung geht es auch.
13 kurze Fragen beantworten — und Sie sehen sofort Ihr persönliches Bruchrisiko mit Einordnung.
Häufige Fragen
Der DVO-Rechner schätzt nach der Leitlinie 2023 des Dachverbands Osteologie (DVO), wie hoch Ihr Risiko für einen Hüft- oder Wirbelbruch in den nächsten drei Jahren ist. Grundlage sind Alter, Geschlecht, Knochendichte (T-Wert) und weitere Risikofaktoren wie frühere Brüche, Stürze, Kortison oder bestimmte Erkrankungen.
Das Ergebnis ist eine Prozentzahl für die nächsten drei Jahre. Nach der Leitlinie 2023 kann ab etwa 3 % eine medikamentöse Behandlung erwogen werden, ab etwa 5 % wird sie in der Regel empfohlen, ab etwa 10 % kommen auch knochenaufbauende Medikamente in Frage. Die Entscheidung trifft immer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Eine Einschätzung ist auch ohne Messung möglich. Mit dem T-Wert aus einer Knochendichtemessung (DXA) wird das Ergebnis aber deutlich aussagekräftiger. In der App können Sie Ihren DXA-Befund fotografieren, die T-Werte werden automatisch übernommen.
FRAX ist ein internationales Werkzeug der Universität Sheffield und schätzt das Risiko für zehn Jahre. Der DVO-Rechner basiert auf der deutschen Leitlinie, schätzt das Risiko für drei Jahre und ist in Deutschland die Grundlage für die Behandlungsentscheidung.
Ja. Der DVO-Rechner ist in der App KnochenKompass kostenlos enthalten. Sie benötigen nur ein kostenloses Konto.
Nein. Der Rechner ist ein Informations- und Orientierungswerkzeug. Er hilft Ihnen, Ihr Risiko zu verstehen und das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzubereiten. KnochenKompass ist kein Medizinprodukt.